Artikel
Artikel
September 11, 2026

So testen Sie Ihren EU-Batteriepass und Ihren DPP-Anbieter auf Konformität: eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Ein praktischer Rundgang durch die BatteryPass-Ready-Testumgebung: Passdaten gegen das Schema validieren, die Lifecycle API eines DPP-Systems testen und die Ergebnisse richtig lesen

Validierungs-Checkliste mit bestandenen Prüfungen neben einer Industriebatterie und einem Smartphone mit ihrem digitalen Batteriepass

Ihr digitaler Batteriepass ist fertig. Doch woher wissen Sie, ob er die europäischen Anforderungen tatsächlich erfüllt? Und wie prüfen Sie, ob Ihr DPP-Softwareanbieter die nötigen technischen Standards umgesetzt hat? Das sind zwei entscheidende Fragen für Batteriehersteller, Importeure und andere Wirtschaftsakteure, die sich auf die EU-Batterieverordnung vorbereiten.

Nach Artikel 77 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2023/1542 muss ab dem 18. Februar 2027 jede LV-Batterie, jede Industriebatterie mit einer Kapazität von mehr als 2 kWh und jede Elektrofahrzeugbatterie, die „in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen“ wird, einen Batteriepass haben. Einen QR-Code zu erzeugen oder eine Seite mit Batteriespezifikationen zu veröffentlichen, reicht nicht: Der Pass muss die Anforderungen an Informationsgehalt, Richtigkeit, Zugänglichkeit, Interoperabilität und technischen Betrieb erfüllen, die Artikel 77 und 78 sowie Anhang XIII festlegen.

Unternehmen müssen sich dabei nicht mehr nur auf ihre eigene Auslegung dieser Anforderungen verlassen. Das Projekt BatteryPass-Ready hat eine öffentlich zugängliche Testumgebung eröffnet, in der Organisationen ihre Batteriepassdaten validieren und die technische Interoperabilität ihrer DPP-Systeme testen können. Dieser Artikel erklärt Schritt für Schritt, wie Sie sie nutzen.

Was ist BatteryPass-Ready?

BatteryPass-Ready ist ein Forschungsprojekt, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert wird. Es wird vom Fraunhofer IPK geleitet, mit acatech, GEFEG mbH und der TU Berlin als Projektpartnern, und mehr als 100 assoziierte und unterstützende Partner wirken mit. Ziel ist es, Unternehmen mit praktischen Validierungswerkzeugen, Umsetzungsleitfäden und Interoperabilitätstests auf die europäischen Anforderungen an den Batteriepass vorzubereiten.

Die Testumgebung ging am 24. Juni 2026 an den Start und ist unter batterypass-ready.gefeg.com erreichbar. Die Nutzung ist kostenlos, setzt aber ein Konto voraus. Die Dokumentation beschreibt sie als Forschungsprojekt und Prototyp, und die Ressourcenseite des Projekts nennt sie die erste Version. Rechnen Sie also damit, dass sich Oberfläche und Testumfang weiter ändern.

Die Umgebung besteht aus zwei sich ergänzenden Modulen:

TestmodulWas es prüftFür wen es gedacht ist
Data ValidationOb eine hochgeladene Batteriepass-JSON-Datei dem Schema ihrer Batteriekategorie entspricht (Struktur und Syntax)Batteriehersteller, Importeure, Compliance-Teams und DPP-Anbieter
System-Level TestingOb sich die Lifecycle API eines DPP-Systems wie erwartet verhält, wenn ein TestExecutor sie in einem simulierten Netzwerk mit emuliertem EU-Register und Backup-Anbieter aufruftDPP-Lösungsanbieter, Entwickler und Unternehmens-IT

Ein perfekt strukturierter Batteriepass bedeutet nicht, dass die Software, die ihn hostet und verwaltet, interoperabel ist. Ebenso kann eine interoperable DPP-Plattform nicht garantieren, dass jeder Hersteller richtige und vollständige Daten zu seinen Batterien geliefert hat. Datenqualität und Systeminteroperabilität müssen beide betrachtet werden.

Teil 1: Testen Sie Ihre Batteriepassdaten

Der erste Teil richtet sich vor allem an Batteriehersteller und andere Wirtschaftsakteure, die für die Informationen im Batteriepass verantwortlich sind. Damit testen Sie, ob ein bestimmter Passdatensatz die strukturellen Anforderungen des BatteryPass-Ready-Datenmodells erfüllt. Für diese erste Validierung müssen Sie keine DPP-Plattform aufbauen.

Schritt 1: Rufen Sie die BatteryPass-Ready-Testumgebung auf

Öffnen Sie https://batterypass-ready.gefeg.com/. Die Plattform ist kostenlos, Sie müssen aber ein Konto registrieren und dafür Namen, Organisation, E-Mail-Adresse und ein Passwort angeben. Nach der Anmeldung sehen Sie die beiden Bereiche Data Validation und System-Level Testing. Für diesen ersten Teil nutzen Sie Data Validation.

Wichtig: Die Testumgebung ist nicht das offizielle EU-Register. Das echte ist das Register für digitale Produktpässe nach der Ökodesign-Verordnung (ESPR) (Verordnung (EU) 2024/1781, Artikel 13 Absatz 1), in das nach Artikel 77 Absatz 10 der Batterieverordnung die eindeutige Kennung des Batteriepasses hochgeladen werden muss. BatteryPass-Ready emuliert ein Register nur zu Testzwecken. Was das echte Register prüft, erklären wir in Was das EU-DPP-Register prüft.

Schritt 2: Laden Sie das Referenzdatenmodell herunter

Bevor Sie einen Pass einreichen, sollten Sie die Datenstruktur verstehen, die der Validator erwartet. Am 27. August 2026 hat BatteryPass-Ready die Data Attribute Longlist v2.0 und das Data Model v2.0 veröffentlicht, die regulatorische Entwicklungen und den Stand der Normung berücksichtigen. Zum Zeitpunkt der letzten Prüfung war v2.0.1 der aktuelle Schema-Release.

Die Ressourcenseite von BatteryPass-Ready verlinkt:

  • die Data Attribute Longlist v2.0;
  • das Dokument „User Stories from a Technical Perspective v1.0“, das die Interaktionen zwischen den Akteuren im DPP-System beschreibt;
  • das Data-Model-Repository auf GitLab, in dem die JSON-Schemas liegen.

Das Datenmodell legt die erwartete Struktur der Informationen fest: Datenelemente, Formate, Einheiten und kontrollierte Vokabulare. Laden Sie das Schema für Ihre Batteriekategorie herunter und nutzen Sie es als Referenz, wenn Sie die Testdaten vorbereiten.

Schritt 3: Bestimmen Sie die richtige Batteriekategorie

Für die einzelnen Batteriekategorien gelten unterschiedliche Informationsanforderungen, deshalb enthält das Datenmodell fünf Kategorieschemas:

  • Elektrofahrzeugbatterien (EV)
  • Batterien für leichte Verkehrsmittel (LV)
  • Stationäre Industriebatterien über 2 kWh
  • Sonstige Industriebatterien über 2 kWh
  • Industriebatterien ohne Batteriemanagementsystem (BMS), mit einem eigenen vollständigen Schema

Seit v2.0 gibt es zu jedem Schema außerdem eine Variante „Feb27“, die die ab dem 18. Februar 2027 geltenden Anforderungen abdeckt. Wählen Sie das Schema und die Variante, die zu der getesteten Batterie passen. Eine stationäre Energiespeicherbatterie mit 10 kWh gehört zum Beispiel unter das Schema für stationäre Industriebatterien, nicht unter das EV-Schema. Felder und Validierungserwartungen unterscheiden sich, und eine falsche Kategorie führt zu irrelevanten Fehlern oder irreführenden Ergebnissen.

Schritt 4: Bereiten Sie Ihren Batteriepass als JSON-Datei vor

Das Modul Data Validation arbeitet mit strukturierten Daten. Sie brauchen also eine JSON-Darstellung des Passes, die dem BatteryPass-Ready-Schema folgt. Eine Website, ein PDF oder ein QR-Code allein genügen für diesen Test nicht. Wenn Sie eine DPP-Softwarelösung nutzen, bitten Sie Ihren Anbieter um einen JSON-Export, der zum jeweiligen Schema passt.

Je nach Batteriekategorie und Version des Datenmodells kann die Datei Folgendes enthalten:

  • Identifikation und Angaben zum Wirtschaftsakteur: eindeutige Batteriekennung, Batteriemodell und -kategorie, Angaben zu Wirtschaftsakteur und Hersteller, Herstellungsinformationen.
  • Technische Merkmale: Batteriechemie, Nennkapazität, Spannungskennwerte, Masse, Leistungs- und Haltbarkeitsparameter.
  • Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit: Materialzusammensetzung, gegebenenfalls Angaben zum CO2-Fußabdruck, gegebenenfalls Rezyklatanteil sowie Informationen für Demontage, Recycling und andere Tätigkeiten im Lebenszyklus.
  • Regulatorische Dokumentation: Konformitätserklärungen, vorgeschriebene Kennzeichnungen und Symbole, relevante Dokumente und Verweise.

Die Struktur muss dem gewählten Schema entsprechen. Ein Messwert muss unter Umständen sowohl einen Zahlenwert als auch seine Einheit enthalten statt nur einer nackten Zahl, und manche Attribute akzeptieren nur vorgegebene Werte statt Freitext. Wenn Teile der Daten von Zell- oder Modullieferanten stammen, lesen Sie, was zu tun ist, wenn Lieferantendaten fehlen.

Praxistipp: Beginnen Sie mit einem repräsentativen Batteriepass. Sobald der Ablauf für ein Produkt funktioniert, wiederholen Sie ihn für Ihre anderen Kategorien und Konfigurationen.

Schritt 5: Öffnen Sie das Modul Data Validation

Öffnen Sie in der Testumgebung Data Validation, wählen Sie das Schema der Batteriekategorie aus den angebotenen Optionen und laden Sie Ihre JSON-Datei hoch. Bevor Sie die Validierung starten, prüfen Sie, dass:

  1. die Datei einen einzigen Passdatensatz in der erwarteten Struktur enthält;
  2. das gewählte Schema der Batteriekategorie entspricht;
  3. die Daten korrekt formatiert sind;
  4. Sie die aktuelle Version des Datenmodells verwenden.

Starten Sie dann die Validierung.

Schritt 6: Prüfen Sie die Validierungsergebnisse

Die Plattform prüft die JSON-Datei gegen das Schema und gibt eine Rückmeldung zur Validierung. Zum Zeitpunkt der letzten Prüfung umfassten die Prüfungen nur Struktur und Syntax; Plausibilitätsprüfungen sind geplant. Typische Befunde sind:

BeispielfehlerWas er bedeutetWie Sie ihn beheben
Pflichtfeld fehltEin erwartetes Attribut wurde nicht angegebenErgänzen Sie die erforderlichen Daten
Falscher DatentypEine Zahl, ein String oder ein Objekt passt nicht zum SchemaKorrigieren Sie die JSON-Struktur
Ungültige EinheitEin Messwert nutzt eine nicht unterstützte oder falsch codierte EinheitVerwenden Sie die vorgeschriebene Einheitendarstellung
Ungültiger AufzählungswertEin Feld enthält einen Wert außerhalb der zulässigen ListeWählen Sie einen akzeptierten Code
Falsche VerschachtelungEin Attribut steht nicht in der erwarteten ObjektstrukturKorrigieren Sie die Datenhierarchie

Ein Lieferant beschreibt die Batteriechemie zum Beispiel vielleicht in kaufmännischen Begriffen, während das Modell einen standardisierten Code erwartet. Der Validator kann den Wert ablehnen, obwohl ein Mensch ihn versteht. Maschinenlesbare Interoperabilität verlangt mehr, als Informationen in ein digitales Dokument zu schreiben.

Schritt 7: Beheben Sie die Fehler und testen Sie erneut

Gehen Sie jedes Problem durch, das der Validator meldet. Ihr Technik- oder DPP-Team sollte die JSON-Struktur korrigieren oder, häufiger, das Datenmapping, das sie erzeugt hat, den Pass dann erneut exportieren und die Validierung wiederholen, bis die Datei besteht.

Korrigieren Sie nicht nur die Beispieldatei, wenn der Fehler in Ihrem produktiven Datenmapping entsteht, sonst taucht er in jedem anderen Pass wieder auf, den Sie erzeugen. Ziel ist es, das Quellsystem oder die Transformation zu korrigieren, nicht ein einzelnes erfolgreiches Validierungsergebnis zu erhalten.

Schritt 8: Wissen Sie, was eine erfolgreiche Validierung nicht beweist

Ein bestandener Test ist ein wichtiger Meilenstein, hat aber Grenzen. Das Modul Data Validation prüft, ob die Daten dem maschinenlesbaren Schema entsprechen; es stellt nicht fest, dass die Werte stimmen. Zum Beispiel:

  • eine angegebene Batteriemasse kann das richtige Format haben und trotzdem falsch sein;
  • ein Wert für den CO2-Fußabdruck kann strukturell gültig sein, ohne zu belegen, dass die zugrunde liegende Berechnung korrekt ist;
  • eine Lieferantenerklärung kann korrekt referenziert sein, ohne dass ihre Echtheit feststeht;
  • ein Platzhalterwert kann eine Formatprüfung bestehen und für einen produktiven Pass dennoch ungeeignet sein.

Plausibilitätsprüfungen sind geplant, doch auch sie ersetzen Ihre eigene Prüfung nicht. Hersteller brauchen eigene Prozesse für Richtigkeit, Vollständigkeit, Anwendbarkeit und Nachweise ihrer Produktdaten. Nach Artikel 77 Absatz 4 muss der Wirtschaftsakteur, der die Batterie in Verkehr bringt, sicherstellen, dass die Informationen im Batteriepass richtig, vollständig und aktuell sind; er kann einen anderen Akteur schriftlich ermächtigen, in seinem Namen zu handeln, bleibt aber verantwortlich.

Eine bestandene Datenvalidierung belegt strukturelle Konformität im getesteten Umfang, ersetzt aber nicht die Pflichten des Wirtschaftsakteurs.

Teil 2: Testen Sie Ihren DPP-Lösungsanbieter

Das zweite Modul geht über einzelne Passdaten hinaus und stellt eine andere Frage: Kann das DPP-System korrekt mit den anderen Akteuren im Batteriepass-System kommunizieren, Daten austauschen und die erforderlichen Operationen ausführen? Das zählt vor allem, wenn Sie einen DPP-Lösungsanbieter auswählen. Eine Plattform kann einen ansprechenden Batteriepass anzeigen und trotzdem nicht die Schnittstellen haben, die eine skalierbare regulatorische Umsetzung braucht.

Schritt 9: Verstehen Sie, was die Systemtests bewerten

Im System-Level Testing ruft eine Backend-Komponente namens TestExecutor die Lifecycle API Ihres Systems in einem simulierten Netzwerk auf, zu dem ein emuliertes EU-Register und ein emulierter Backup-Anbieter gehören. Zum Start bot die Umgebung 11 Testszenarien in drei Anwendungsfällen, und ein für Oktober 2026 geplantes Update sollte die meisten Testfälle aus dem User-Stories-Dokument abdecken.

Je nach Szenario können die Tests prüfen, ob das System:

  • Batteriepassdaten über die Lifecycle API anlegt und pflegt;
  • die Operationen rund um das Inverkehrbringen einer Batterie abwickelt;
  • auf Anfragen anderer Akteure im erwarteten maschinenlesbaren Format antwortet;
  • die maßgeblichen Zugriffsrechte und Credentials anwendet;
  • korrekt mit dem emulierten Register und dem Backup-Anbieter interagiert.

Jeder Test vergleicht das tatsächliche Verhalten des Systems mit dem erwarteten Ergebnis. Die Szenarien entwickeln sich weiter, wenn das Projekt neue Normen, Anforderungen und Rückmeldungen aufnimmt.

Schritt 10: Bitten Sie Ihren DPP-Anbieter um eine Testumgebung

Anders als die Datenvalidierung erfordern Systemtests technischen Zugang zur DPP-Software. Wenn Sie einen externen Anbieter nutzen, bitten Sie ihn, eine geeignete Testumgebung bereitzustellen. Der Anbieter sollte liefern können:

  • eine Testinstanz seines DPP-Systems;
  • den Endpunkt der Lifecycle API;
  • den Test Adapter, den BatteryPass-Ready verlangt (siehe Schritt 11);
  • Test-Credentials oder einen anderen geeigneten Authentifizierungsmechanismus;
  • technische Unterstützung beim Konfigurieren und Ausführen der Tests.

Unternehmen, die ihre eigene DPP-Software entwickeln, erledigen das in der Regel über ihr Entwicklungsteam. Führen Sie die Tests in einer kontrollierten Umgebung aus, statt Produktivdaten unnötig preiszugeben.

Schritt 11: Konfigurieren Sie Ihr System im System-Level Testing

Melden Sie sich an, öffnen Sie System-Level Testing und wählen Sie die Rolle Ihres Systems: Economic Operator oder Backup Provider. Geben Sie dann zwei Endpunkte an:

  • Lifecycle API: die Schnittstelle, über die Ihr DPP-System die getesteten Passoperationen ausführt.
  • Test Adapter: eine eigene Schnittstelle, über die die Testumgebung Ihr System für die automatisierte Ausführung vorbereitet.

Der Test Adapter stellt zwei Operationen bereit:

  • PUT /TestSetup schafft die Ausgangsbedingungen für ein Szenario. Zu seinen Befehlen gehören insertBatteryPass, bringBatteryToMarket und issueCredentials.
  • PUT /TestTeardown versetzt das System danach wieder in einen kontrollierten Zustand.

Diese Funktionen dienen der Testautomatisierung und sind nicht mit den produktiven Schnittstellen für Geschäftsanwender zu verwechseln. Die Details stehen in Abschnitt 4.4 der BatteryPass-Ready-Dokumentation.

Wichtig: Diese Konfiguration erfordert technische Arbeit des DPP-Anbieters. Von einem Hersteller, der eine gehostete DPP-Lösung kauft, sollte man nicht erwarten, den Test Adapter selbst zu bauen. Wenn Sie einen Anbieter für die Backup-Rolle prüfen, erklärt unser Artikel über zertifizierte DPP-Backup-Anbieter, was diese Rolle umfasst.

Schritt 12: Wählen Sie die Testszenarien aus und führen Sie sie aus

Sobald Ihr System verbunden ist, wählen Sie die verfügbaren Szenarien aus. Jedes simuliert ein Ereignis oder eine Anfrage im Lebenszyklus des Batteriepasses, etwa einen externen Akteur, der bestimmte Informationen vom DPP-System anfordert. Die Ausführung läuft in vier Phasen ab:

  1. Setup: Die Testumgebung bereitet Daten und Systemzustand über den Test Adapter vor.
  2. Ausführung: Der TestExecutor sendet die vordefinierten Anfragen an Ihre Lifecycle API.
  3. Validierung: Die Antworten werden mit den erwarteten Ergebnissen verglichen.
  4. Reporting: Die Plattform protokolliert das Ergebnis und stellt es dar.

So zeigen sich Interoperabilitätsprobleme, die eine Prüfung des Batteriepasses im Browser nie sichtbar machen würde.

Schritt 13: Analysieren Sie die Ergebnisse der Systemtests

Prüfen Sie das Ergebnis jedes Szenarios, einschließlich der einzelnen Testschritte und gemeldeter Abweichungen zwischen erwartetem und tatsächlichem Verhalten. Typische Probleme sind:

  • eine API-Operation liefert eine unerwartete Antwort;
  • erforderliche Daten kommen nicht im erwarteten Format zurück;
  • eine Informationsanfrage schlägt fehl;
  • Zugriffskontrollen fehlen oder sind falsch;
  • eine Lebenszyklusoperation hinterlässt das System im falschen Zustand;
  • eine Schnittstelle verhält sich anders als in der technischen Spezifikation.

Schlägt ein Test fehl, sollte der Anbieter die Ausführungsdetails analysieren, die Ursache beheben und den Test wiederholen. Eine aussagekräftige Bewertung umfasst alle relevanten verfügbaren Szenarien, nicht eine einzelne Vorführung eines erfolgreich abgerufenen Passes. Ziel ist wiederholbare Interoperabilität, nicht ein einzelner erfolgreicher API-Aufruf.

Schritt 14: Verlangen Sie Nachweise der Testergebnisse

Wenn Sie eine DPP-Lösung kaufen, verlassen Sie sich nicht allein auf die Aussage des Anbieters, seine Plattform sei konform. Verlangen Sie Nachweise der durchgeführten Tests:

Was Sie anfordern solltenWarum es zählt
TestdatumBestätigt, wann die Bewertung durchgeführt wurde
Testumgebung und Version des DatenmodellsBenennt die Referenzimplementierung
Maßgebliche SpezifikationenZeigt, welche technischen Anforderungen getestet wurden
Rolle und ausgeführte SzenarienLegt den tatsächlichen Umfang der Bewertung fest
Einzelne TestergebnisseZeigt, welche Szenarien bestanden wurden und welche nicht
Offene PunkteBenennt bekannte Einschränkungen
Regeln für WiederholungstestsErklärt, wie die Konformität gehalten wird, wenn sich Anforderungen ändern

Fragen Sie auch, ob der Anbieter sowohl die Datenvalidierung als auch die Systemtests absolviert hat. Sie prüfen unterschiedliche Aspekte der Lösung.

Teil 3: Was ein bestandener Test wirklich bedeutet

BatteryPass-Ready bietet einen wertvollen, unabhängigen Rahmen, um Batteriepass-Implementierungen zu prüfen. Doch es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen bestandenen technischen Konformitätstests und einer formalen regulatorischen Zertifizierung. Die Dokumentation selbst ist eindeutig: "Results should be treated as indicative feedback, not as a certification or a substitute for formal conformity assessment." (Die Ergebnisse sind als orientierende Rückmeldung zu verstehen, nicht als Zertifizierung oder Ersatz für eine formale Konformitätsbewertung.)

BatteryPass-Ready ist nicht das EU-Register, und seine Ergebnisse bescheinigen nicht, dass eine Batterie oder eine DPP-Implementierung alle geltenden Anforderungen erfüllt. Es bewertet festgelegte Aspekte von Passdaten und Systemverhalten anhand seines Referenzmodells und seiner Testszenarien. Ein Ergebnis ist daher immer zusammen mit Testumfang, Version und abgedeckten Anforderungen zu lesen. Andere Punkte müssen weiterhin gesondert geprüft werden, darunter:

  • die Richtigkeit produktspezifischer technischer und Nachhaltigkeitsinformationen;
  • die Nachweise für Herstellererklärungen;
  • die geltenden Pflichten zur Konformitätsbewertung;
  • die Anforderungen an physische Kennzeichnung und QR-Code;
  • Betriebssicherheit und Datenverfügbarkeit;
  • Zugriffsbeschränkungen für vertrauliche Informationen;
  • Änderungen durch spätere regulatorische oder technische Aktualisierungen.

Ein belastbares Compliance-Programm verbindet BatteryPass-Ready-Tests mit internen Qualitätskontrollen und rechtlicher Prüfung. Welche Fragen die Verordnung noch offen lässt, behandeln wir in EU-Batteriepass 2027: die offenen Fragen.

Schritt 15: Etablieren Sie einen kontinuierlichen Validierungsprozess

DPP-Konformität ist kein einmaliger Meilenstein. Regulierung und Normen entwickeln sich weiter, und DPP-Plattformen werden über ihre gesamte Lebensdauer aktualisiert. Wiederholen Sie die relevanten Tests, wenn:

  • Sie neue Batteriekategorien einführen;
  • sich die Datenstrukturen des Passes ändern;
  • neue Softwareversionen ausgerollt werden;
  • APIs geändert werden;
  • BatteryPass-Ready aktualisierte Schemas oder Testszenarien veröffentlicht;
  • sich regulatorische oder technische Spezifikationen ändern.

So erkennen Sie Probleme bei Datenformat und Interoperabilität, bevor sie viele aktive Batteriepässe betreffen, und haben laufend Nachweise Ihrer technischen Bereitschaft.

Teil 4: GoodsTag hat die BatteryPass-Ready-Testszenarien bestanden

Bei GoodsTag sind wir überzeugt, dass Konformität beim digitalen Produktpass durch praktische Tests belegt und nicht einfach behauptet werden sollte. GoodsTag ist Partner von BatteryPass-Ready, und wir haben unsere Batterie-DPP-Lösung in der BatteryPass-Ready-Testumgebung getestet. Unsere Implementierung hat die ausgeführten Testszenarien bestanden und wurde als im bewerteten Testumfang vollständig konform ausgewiesen.

Das gibt zusätzliche Sicherheit, dass die Plattform den Daten- und Interoperabilitätsanforderungen entspricht, die BatteryPass-Ready bewertet, und es spiegelt unseren Ansatz wider, Pässe auf standardisierten Kennungen, strukturiertem Datenaustausch und interoperabler Infrastruktur aufzubauen. Wie jedes BatteryPass-Ready-Ergebnis bezieht es sich auf die bewerteten Szenarien und Versionen. Es ist keine Zertifizierung, weder der Plattform noch der regulatorischen Konformität einer einzelnen Batterie.

Warum das für Batteriehersteller wichtig ist

Bei der Wahl eines DPP-Anbieters geht es nicht nur darum, digitale Pässe zu erzeugen. Hersteller müssen sich darauf verlassen können, dass die Lösung die erforderliche technische Architektur unterstützt, strukturierte Produktinformationen verwaltet und mit den anderen Systemen im Batteriepass-Ökosystem zusammenspielt. Ist die technische Seite getestet, können sich Hersteller auf die verbleibende kritische Aufgabe konzentrieren: richtige Daten zu ihren Batterien zu erheben, zu prüfen und zu pflegen.

Ob Sie Ihren ersten Batteriepass vorbereiten, eine bestehende Implementierung überprüfen oder Anbieter bewerten: Strukturierte Konformitätstests gehören zu Ihrer Vorbereitung auf Februar 2027. Sie können die kostenlose Testumgebung direkt ausprobieren oder GoodsTag kontaktieren, um Ihre Compliance- und Integrationsanforderungen zu besprechen.

Quellen

  1. Verordnung (EU) 2023/1542 über Batterien und Altbatterien, Artikel 77 und 78 sowie Anhang XIII
  2. Verordnung (EU) 2024/1781 (Ökodesign-Verordnung, ESPR), Artikel 13
  3. Projektseite von BatteryPass-Ready
  4. Ressourcen von BatteryPass-Ready
  5. BatteryPass-Ready launches test environment for the digital battery passport
  6. Now published: Data Attribute Longlist v2.0 and Data Model v2.0
  7. Repository des BatteryPass-Datenmodells (JSON-Schemas)
  8. BatteryPass-Ready-Testumgebung
  9. Dokumentation der BatteryPass-Ready-Testumgebung

Letzte Prüfung: 10. Oktober 2026. Testoberfläche und Szenarien können sich ändern.