Ein QR-Code. Ein Scan. Ein digitaler Batteriedatensatz, verbunden mit der Produktion.
Für Batteriehersteller, die sich auf die EU-Batterieverordnung vorbereiten, besteht eine der größten Herausforderungen nicht einfach darin, einen Digitalen Produktpass (DPP) zu erstellen. Es geht darum, jede physische Batterie an der richtigen Stelle im Fertigungsprozess mit den richtigen digitalen Informationen zu verbinden.
Wie gelingt das, ohne an jeder Produktionsstation neue QR-Code-Drucker zu installieren, Daten doppelt zu erfassen oder unnötige Komplexität einzuführen?


Gemeinsam mit NBA Batterie (Nuova Brescia Accumulatori S.r.l.) und SIAP Sp. z o.o. hat GoodsTag einen praxistauglichen Arbeitsablauf an einem realen Batterieprodukt demonstriert.
Der Ansatz verbindet vorgedruckte, serialisierte QR-Code-Etiketten, eine einfache Aktivierung an der Produktionslinie und ein konfigurierbares Management der digitalen Datensätze.
Nach der Aktivierung kann ein Batteriedatensatz einem von zwei Wegen folgen: automatisierte Authentifizierung, unabhängiges Backup und Veröffentlichung mit Registrierung im EU-DPP-Register – oder Verbleib als Entwurf zur späteren Prüfung und Freigabe.
Die Demonstration zeigt, wie Batteriehersteller Digitale Produktpässe schrittweise einführen und dabei auf bestehenden Fertigungsprozessen und Informationssystemen aufbauen können.
Die Herausforderung: physische Batterien mit digitalen Informationen verbinden
Batteriehersteller verfügen bereits über einen großen Teil der Informationen, die ein Digitaler Produktpass braucht.
Technische Spezifikationen, Produkteigenschaften, Materialangaben und Konformitätsunterlagen werden in der Regel auf Ebene des Produktmodells verwaltet.
Manche Informationen entstehen jedoch erst in der Fertigung, darunter Produktionsdatum, Fertigungsauftrag, Chargenreferenz und individuelle Seriennummer.
Daraus ergibt sich eine praktische Frage: Wie bereitet man QR-Code-Etiketten vor, bevor alle relevanten Produktionsinformationen bekannt sind?
Eine Möglichkeit ist, für jede Batterie direkt an der Produktionslinie einen eindeutigen QR-Code zu drucken. Das kann jedoch zusätzliche Druckgeräte, Integrationsaufwand und Änderungen an eingespielten Abläufen erfordern.
Was wäre, wenn Hersteller alle QR-Etiketten im Voraus drucken, sie in der Produktion anbringen und den digitalen Datensatz erst dann aktivieren könnten, wenn die relevanten Fertigungsinformationen vorliegen?
Genau diesen Ansatz veranschaulicht die Demonstration von NBA Batterie, SIAP und GoodsTag.
Die Lösung: in drei Schritten vom vorgedruckten QR-Code zum aktivierten Batteriedatensatz
- 1VordruckenSerialisierte QR-Etiketten im Voraus vorbereitet
- 2Scannen & aktivierenProduktionsdaten mit der Batterie verknüpft
- 3PrüfenAblauf je Batteriemodell gewählt
Schritt 1 – VORDRUCKEN: eindeutige QR-Code-Etiketten im Voraus vorbereiten
Jede Batterie erhält einen vorgedruckten QR-Code mit einer eindeutigen, dauerhaften Kennung.
In der Demonstration mit NBA Batterie und SIAP nutzt die Kennung eine GS1-Digital-Link-Struktur, die eine GTIN mit einer individuellen Seriennummer kombiniert.
Die Etiketten können vorbereitet werden, bevor Fertigungsdatum, Produktionsauftrag oder Charge der Batterie bekannt sind.
Der QR-Code identifiziert die physische Batterie. Die zugehörigen Informationen werden später verknüpft.
Der praktische Vorteil: Hersteller können serialisierte Etiketten im Voraus vorbereiten, ohne an jeder Produktionsstation einen eigenen Drucker für variable QR-Codes zu benötigen.
Schritt 2 – SCANNEN & AKTIVIEREN: die Batterie mit den Produktionsdaten verbinden
Erreicht die Batterie die relevante Produktionsstufe, wird ihr QR-Code gescannt.
Je nach Produktionsumgebung übernimmt das ein Mitarbeiter mit Smartphone oder Handscanner oder automatisch eine Industriekamera bzw. ein fest installierter QR-Code-Leser.
Der Scan identifiziert die Batterie und startet einen authentifizierten Aktivierungsprozess.
Der Mitarbeiter oder das angebundene Produktionssystem ordnet der eindeutigen Kennung die relevanten Produktionsinformationen zu, etwa Fertigungsdatum und -ort, Produktionsauftrag, Chargenreferenz und Seriennummer.
GoodsTag verknüpft diese Informationen anschließend mit den vorhandenen Daten und Unterlagen auf Produktebene und erstellt oder aktualisiert den zugehörigen digitalen Datensatz.
Der praktische Vorteil: Ein einfacher Scan mit Bestätigung verbindet eine physische Batterie mit ihren digitalen Produktionsdaten, ohne dass Mitarbeiter bereits vorhandene Informationen aus den Fertigungssystemen neu erfassen müssen.
Schritt 3 – PRÜFEN & VERARBEITEN: automatisch veröffentlichen oder als Entwurf behalten
Nach der Aktivierung kann der Batteriedatensatz unterschiedlichen Abläufen folgen – abhängig vom Batteriemodell, den geltenden regulatorischen Pflichten, der Vollständigkeit der Daten und den Geschäftsregeln des Herstellers.
Wichtig: Die Aktivierung der digitalen Identität einer Batterie bedeutet nicht zwangsläufig, dass ihr Pass sofort veröffentlicht wird.
Der Hersteller behält die Kontrolle darüber, wie und wann der digitale Datensatz zu einem offiziell veröffentlichten Pass wird.
Option A – automatisierte Authentifizierung, Backup und Veröffentlichung
Liegen alle erforderlichen Informationen vor und sind die vom Hersteller festgelegten Bedingungen erfüllt, kann GoodsTag einen automatisierten Ablauf steuern:
1. Authentifizierung und Datenintegrität
Der digitale Datensatz durchläuft den konfigurierten Authentifizierungs- und kryptografischen Integritätsprozess. Das hilft, die Echtheit seiner Herkunft zu belegen, seine Integrität zu schützen und eine nachprüfbare Änderungshistorie zu führen.
2. Unabhängiges Drittanbieter-Backup
Die erforderlichen DPP-Informationen werden an einen unabhängigen Backup-Anbieter übertragen, um langfristige Verfügbarkeit und Kontinuität zu unterstützen – auch für den Fall, dass der ursprüngliche Hosting-Dienst nicht mehr verfügbar ist.
3. Veröffentlichung des digitalen Passes
Der geprüfte Datensatz wird veröffentlicht und über den bereits vorhandenen QR-Code der Batterie zugänglich gemacht.
Unterschiedliche Zielgruppen sehen die für sie relevanten Informationen, je nach ihren Berechtigungen und den geltenden regulatorischen Anforderungen.
4. Registrierung im EU-DPP-Register
Für Batterien, die nach Artikel 77 einen individuellen Pass benötigen, kann der Ablauf mit der Registrierung der erforderlichen Kennungen, Passreferenzen und Metadaten im EU-Register für Digitale Produktpässe fortgesetzt werden, gemäß dessen technischen und regulatorischen Anforderungen.
Das Register dient als zentraler Index zur Identifizierung und Überprüfung von Pässen, während die vollständigen digitalen Informationen in der dezentralen DPP-Infrastruktur gehostet bleiben.
Der praktische Vorteil: Hersteller können einen kontrollierten, automatisierten Prozess von der Aktivierung in der Produktion bis zur Veröffentlichung, zum unabhängigen Backup und zur EU-Registrierung aufbauen.
Option B – den digitalen Datensatz als Entwurf behalten
Alternativ kann der Hersteller den aktivierten Datensatz als Entwurf behalten.
Das bietet sich an, wenn noch Informationen oder Nachweise fehlen, eine interne Qualitäts- oder Compliance-Freigabe aussteht oder die Veröffentlichung einem separaten Produktfreigabeprozess folgen muss.
Der digitale Datensatz bleibt mit der ursprünglichen Kennung der Batterie verknüpft und kann später vervollständigt, geprüft und veröffentlicht werden.
Ein Ersatz-QR-Code ist nicht nötig.
Der praktische Vorteil: Hersteller können die Identifizierung in der Produktion von der endgültigen Veröffentlichung trennen und behalten dabei Rückverfolgbarkeit und Kontrolle über den gesamten Prozess.
Ein Entwurf ist ein Zwischenstand in der Produktion. Für Batterien mit Passpflicht muss der Pass verfügbar und die erforderliche Registrierung abgeschlossen sein, bevor die Batterie in der EU in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen wird.
Diese beiden Veröffentlichungswege sind konfigurierbare Abläufe, die die Demonstration des Arbeitsprozesses veranschaulicht; sie werden nicht als Nachweis eines abgeschlossenen industriellen Einsatzes bei NBA Batterie oder SIAP dargestellt.
Die echte Batterie-DPP-Demonstration entdecken
Eine echte Batterie. Ein echter QR-Code. Ein funktionierendes digitales Erlebnis.
Im Mittelpunkt der Demonstration steht eine serienmäßig produzierte Batterie SIAP 6V Traction 3PT320.
Ihr serialisierter GS1-Digital-Link-QR-Code verbindet das physische Produkt mit einem digitalen Batteriedatensatz in GoodsTag.
Besucher können das Beispiel direkt auf dem Smartphone erkunden, mit Identifikation der Batterie, technischen Produktinformationen und begleitenden digitalen Unterlagen.
Das ist weder ein fiktives Produkt noch ein statisches Mock-up. Die Demo nutzt eine echte Batterie und zeigt, wie die physische Produktidentifikation an ein funktionierendes digitales Informationsangebot anknüpft.
Die Aktivierung in der Produktion und die konfigurierbaren Veröffentlichungsabläufe werden als Arbeitsprozess demonstriert. Sie sind kein Nachweis dafür, dass jeder Automatisierungsschritt, jede externe Backup-Anbindung oder jede Übermittlung an das EU-Register bereits in den Produktionsstätten der Partner im Einsatz ist.
Ein Ansatz für unterschiedliche Batteriekategorien und Anforderungen
Die EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 führt ab dem 18. Februar 2027 QR-Code-Pflichten ein, doch nicht jede Batterie braucht denselben Umfang an digitalen Informationen.
Industriebatterien über 2 kWh: individueller Batteriepass
Nach Artikel 77 müssen Industriebatterien mit einer Kapazität von mehr als 2 kWh einen individuellen digitalen Batteriepass haben. Dieselbe Pflicht gilt für Batterien von Elektrofahrzeugen und Batterien für leichte Verkehrsmittel.
Der Pass enthält sowohl Informationen zum Batteriemodell als auch Informationen zur einzelnen Batterie, mit unterschiedlichen Zugriffsrechten je nach Art der Information.
Mit GoodsTag lassen sich gemeinsame Daten des Produktmodells für viele Batterien wiederverwenden, während die individuellen Produktionsinformationen der eindeutigen Seriennummer jeder Einheit zugeordnet werden.
So entfällt unnötige Datenduplizierung, und die Rückverfolgbarkeit jeder einzelnen Batterie bleibt erhalten.
Industriebatterien bis 2 kWh: QR-Code mit geringerem Informationsumfang
Auch Industriebatterien mit einer Kapazität von 2 kWh oder weniger unterliegen den QR-Code-Anforderungen nach Artikel 13, obwohl sie keinen individuellen Batteriepass nach Artikel 77 benötigen.
Ihr QR-Code muss Zugang zu den anwendbaren regulatorischen Informationen geben, darunter relevante Produkt- und Herstellungsangaben, Konformitätsunterlagen und Informationen zur Entsorgung.
Die Informationsanforderungen sind also geringer, digitale Identifizierung und Zugang zu den vorgeschriebenen Informationen bleiben aber notwendig.
Derselbe Ansatz mit vorgedrucktem QR-Code und Aktivierung kann diese Batterien abdecken, ohne den vollständigen Ablauf eines individuellen Passes vorzuschreiben, wo er nicht verlangt ist.
Ein Identifizierungs- und Aktivierungsansatz kann verschiedene Batteriekategorien abdecken, mit den passenden digitalen Informationen, Prüf- und Veröffentlichungsregeln für jedes Modell.
Skalierbar: vom manuellen Scan bis zur ERP- und MES-Integration
Der mit NBA Batterie und SIAP demonstrierte Produktionsansatz lässt sich an unterschiedliche Fertigungsumgebungen anpassen.
Manuelle Aktivierung durch Mitarbeiter
Ein Mitarbeiter scannt den QR-Code der Batterie mit Smartphone oder Handgerät und bestätigt die relevanten Fertigungsinformationen.
Das kann ein praktischer Einstieg für Hersteller sein, die Digitale Produktpässe mit wenigen Änderungen an der Produktionslinie einführen wollen.
Automatisierter industrieller Scan
Industriekameras oder fest installierte QR-Leser erkennen die Batterien, während sie die Produktion durchlaufen.
Ihre Kennungen können mit dem aktiven Fertigungsauftrag, der Charge oder dem Produktionskontext verknüpft werden, was manuelle Eingriffe reduziert.
ERP- und MES-Integration
Für stärker automatisierte Produktionsumgebungen kann GoodsTag über APIs oder strukturierten Datenaustausch an bestehende ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) und MES (Manufacturing Execution Systems) angebunden werden.
So lassen sich Produktionsinformationen, die bereits in den Unternehmenssystemen vorliegen, für die Aktivierung und Verwaltung der digitalen Datensätze wiederverwenden.
Diese Ansätze lassen sich schrittweise einführen oder kombinieren.
Ein Hersteller kann mit einem Ablauf aus Scan und Bestätigung beginnen und die Automatisierung ausbauen, wenn der Betrieb es erfordert.
Was die Demonstration für Batteriehersteller bedeutet
Der Anwendungsfall von NBA Batterie, SIAP und GoodsTag zeigt einen praktischen Weg, die Lücke zwischen physischer Produktion und digitalen regulatorischen Anforderungen zu schließen.
- Weniger Komplexität an der Produktionslinie. Vorgedruckte, serialisierte QR-Code-Etiketten verringern die Abhängigkeit vom Druck variabler QR-Codes während der Fertigung.
- Einfachere digitale Aktivierung. Ein kontrollierter Scan oder ein automatisches Identifikationsereignis verbindet die physische Batterie mit ihrem Produktionsdatensatz.
- Flexible Prüfung und Veröffentlichung. Hersteller wählen je nach Batteriekategorie und internen Kriterien zwischen automatisierter Verarbeitung und Freigabe über Entwürfe.
- Mehr Datenintegrität und Kontinuität. Konfigurierbare kryptografische Kontrollen, nachvollziehbare Aktualisierungen und ein unabhängiges Drittanbieter-Backup unterstützen die langfristige Verwaltung der Batterieinformationen.
- Skalierbare Automatisierung. Derselbe Identifizierungsansatz unterstützt manuelle Aktivierung, industriellen Scan und die Integration in Unternehmenssysteme.
- Eine dauerhafte digitale Identität. Der physische QR-Code bleibt unverändert, während die Informationen dahinter über den gesamten Lebenszyklus der Batterie gepflegt und aktualisiert werden.
Die Demonstration belegt nicht, dass Vordrucken für jedes Werk die beste Lösung ist. Etikettenkosten, Bestandsführung, Scan-Zuverlässigkeit und Integrationsanforderungen müssen für jede Produktionsumgebung geprüft werden.
Sie zeigt aber, dass Hersteller praktikable Alternativen dazu haben, ihre Produktionslinien rund um den QR-Code-Druck auf Abruf neu zu gestalten.
Digitale Batteriepässe in die Fertigungsrealität bringen
Auf der ECR iN Motion 2026 präsentiert, hat die Zusammenarbeit von NBA Batterie, SIAP und GoodsTag das Konzept des digitalen Batteriepasses greifbar gemacht.
Besucher konnten eine echte Batterie sehen, ihren QR-Code scannen und die damit verbundenen digitalen Informationen erkunden.
Dahinter steht eine größere Chance: dieselbe digitale Identität zu nutzen, um Fertigung, Rückverfolgbarkeit, regulatorische Informationen und Lebenszyklusdaten zu verbinden.
Für Batteriehersteller lautet die wichtigste Erkenntnis: Die Einführung des Digitalen Produktpasses muss nicht mit einem tiefgreifenden Umbau der Produktion beginnen.
Sie kann mit einem bestehenden Produkt, einem eindeutigen QR-Code und einem unkomplizierten Aktivierungsprozess beginnen.
Zuerst den QR-Code drucken. Produktionsdaten verbinden, sobald sie vorliegen. Die richtigen digitalen Informationen veröffentlichen, wenn der Datensatz bereit ist.
Bereit, Ihre Batterien mit Digitalen Produktpässen zu verbinden?
Ob Sie Hunderte oder Millionen Batterien herstellen: GoodsTag unterstützt Sie dabei, eine Strategie für Identifizierung, Aktivierung und Veröffentlichung zu entwickeln, die zu Ihrer Produktionsumgebung passt.
Beginnen Sie mit den Informationen und Systemen, die Sie bereits haben. Wählen Sie den Automatisierungsgrad, der für Ihren Betrieb sinnvoll ist. Wenden Sie für jede Batteriekategorie die passenden Compliance-Abläufe an.
Weitere Ressourcen
- So nutzen Sie vorgedruckte QR-Code-Etiketten für chargen- oder einzelstückbezogene digitale Produktpässe
- Ein echter Batteriepass: GoodsTag, SIAP und NBA Batterie auf der ECR iN Motion
Rechtliche Grundlagen
- Verordnung (EU) 2023/1542 – Artikel 13 und 77
- Durchführungsverordnung (EU) 2026/1778 der Kommission – EU-DPP-Register
Dieser Artikel beschreibt einen demonstrierten Arbeitsprozess und mögliche Umsetzungskonfigurationen. Konkrete Einsatz- und Compliance-Regelungen hängen von den Anforderungen des Herstellers und dem geltenden Rechtsrahmen ab.