Mittelstand aufgepasst – für smarte Produkte braucht man “nur” smarte Labels

Im ersten Teil unsere Reihe über Smart Product Chancen (hier nachzulesen: Smarte Marken setzen jetzt auf smarte Produkte) sprachen wir über die gestiegene Bedeutung von physisch-zu-digitaler Interaktion zwischen Produkten und Konsumenten. Der Weg hin zu smarten Produkten wird allerdings von Markenherstellern als zeit- und kostenintensiv angesehen – wir zeigen auf, wie es auch anders geht.

Wenn Produkte direkt mit Kunden kommunizieren

Wenn heute eine mobile Webseite nach dem Scannen eines Produktes Mehrwerte liefert, die genau zum Kontext – also Zeitpunkt, Ort, Status oder Zustand des Artikels – passen, wird das Produkt selbst schnell zum relevantesten aller Kontaktpunkte für Marken-Kommunikation, Abverkauf, Services, Kundenbindung und Markentreue.

Das ist unschätzbar, wenn man, besonders in diesen Tagen, Verfügbarkeiten, Bezugswege und Nutzungshinweise entlang des gesamten Produktzyklus tagesaktuell und ohne Umwege an potentielle und bestehende Kunden kommunizieren will. Und nicht zu vergessen – jede erfasste Interaktion liefert einen Schatz an (natürlich datenschutzkonformen) Daten über den Lebensweg des Produkts von Distribution über den Handel bis zum Kunden nach Hause.

Hürden senken für die Einführung von Smart Product Services

An diesem Punkt sagt der Produktverantwortliche eines deutschen Markenherstellers, dass er eine derartige Lösung gerne übermorgen hätte. Nach einem eilig einberufenen Meeting mit Verantwortlichen aus Produktion, IT und Marketing ergeben sich jedoch in der Regel ein halbes Dutzend kritischer Blocker – und in der strategischen Roadmap war dieses vollkommen neue Thema auch nicht vorgesehen. Bevor jetzt normalerweise zum “Krisenmanagement-as-usual” zurückgekehrt wird, schlagen wir eine Alternative vor:

Um nahezu alle Mehrwerte von Smart Product-Lösungen, also digitaler Echtzeitinteraktion mit einzigartig identifizierbaren Konsumgütern, zu erschließen, braucht man “nur” smarte Labels oder smarte Verpackungen. Der digitale Zugang zu Produkten erfolgt ja ohnehin entweder über gedruckte einzigartige QR Codes, kontaktlose NFC-Chips (siehe kontaktlose Kreditkartenzahlung) oder RFID-Chips (nur anzuwenden im Einzelhandel wegen der speziellen Lesegeräte, die für RFID notwendig sind). Alle diese so genannten Trigger-Technologien für Smart Product Anwendungen sind logistisch und operativ mit geringem Aufwand in die Produktionsprozesse für Etiketten, Verpackungen und Beipack-Materialien integrierbar.

Wir halten fest: Smart Labels sind eine vollwertige “Abkürzung”, um Smart Product-Anwendungen für fast alle Segmente an Konsumgütern von Supermarkt bis Luxus zu ermöglichen.

Daten-Power mit Smart Products nutzbar machen

Smart Products stellen hohe Anforderungen an internetbasierte Echtzeit-Anwendungen – daher kommt hier eine spezialisierte Smart Product Services Plattform zum Einsatz. Hinter jedem einzigartigen Smart Label stecken Produkt-Stammdaten, multimedialer Content, sowie gegenstands-spezifische Track & Trace Informationen aus Herstellung, Lieferkette und Handel. Derart serialisierte Daten von Smart Labels enthalten somit alle Identifikationsmerkmale und Ereignisse, die das Produkt in seinem Lebenslauf sammelt und bündelt diese in einer in Echtzeit verfügbaren Internet-Anwendung.

Ein willkommener Nebeneffekt: Serialisierung für Smart Product-Anwendungen löst Daten-Silos aus der Supply Chain auf, weil Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen das erste Mal in höchster Granularität in einer hochmodernen und skalierbaren IT-Umgebung zur Verfügung stehen. Für viele Marken bedeutet das Vorhandensein derart konsolidierter Produktlebensdaten einen Paradigmenwechsel. Möglichkeiten und Synergien für Optimierungen entlang des gesamten Produktlebenszyklus können Schritt-für-Schritt erschlossen werden und die Smart Product-Lösungen steigen damit kontinuierlich im Wert.

Wir haben einen Plan: Implementierung von Smart Product Services mit minimalem Aufwand

Unser Produktverantwortlicher ist jetzt überzeugt: Mittels Smart Labels in die Welt der digitalen Produkt-Interaktion einzusteigen, ist eine Chance, die er sich nicht entgehen lassen möchte. Zuletzt steht die Frage des Aufwands und der Kosten im Raum. Für einen schnellen und kosteneffizienten Start umgehen wir mit unserem Vorschlag wenig flexible Kernprozesse in der Produktion und IT.

Das Wichtigste zuerst: über die Etiketten- und Verpackungsproduktion wird die Anbringung der Smart Labels ohne Auswirkungen auf rigide Produktionsprozesse ermöglicht. Moderne digitale Druckverfahren sind auf die dafür erforderliche Serialisierung (jedes einzelne Etikett soll einzigartige Merkmale enthalten) von Hause aus vorbereitet.

Der Einsatz der spezialisierten Smart Product Management-Plattform (in der Regel unkompliziert als cloudbasiertes Software-as-a-Service Modell) im Internet bedeutet, dass auch keine internen IT-Prozesse angefasst werden müssen. Produktstammdaten, Serialisierungsdaten und Lebenslauf-Ereignisse werden in dieser Plattform autark erzeugt und verwaltet. Automatisierung ist dennoch jederzeit möglich – Datenaustausch mit den führenden IT-Systemen für Produktion und Logistik kann jederzeit über modernste API-Schnittstellen erfolgen.

Mobile Webseiten mit digitalen Produktinformationen können bei den allermeisten Marken im Jahr 2020 vorausgesetzt werden, und darauf setzen auch unsere neuen Smart Product Services auf. Die gegenstandsspezifischen und kontextuell dynamischen Inhalte werden mit überschaubarem Aufwand in die bestehenden statischen Produkt-Webseiten integriert. Alternativ dazu können vollständig dynamische Webseiten aus den Daten der Smart Product Plattform erstellt werden, denn sowohl Produkt-Stammdaten als auch Interaktionsdaten sind dort in Echtzeit abrufbar.

Die Schritte zur Umsetzung zusammengefasst:

  1. Anbringung der Smart Labels mittels Etiketten, Verpackung oder Beipackmaterial
  2. Erzeugung und Verwaltung der serialisierten Produkt-Daten in der Smart Products Internet-Plattform → zeitlich unabhängig vom physischen Label und jederzeit aktualisierbar
  3. Nutzung vorhandener mobiler Webseiten ebenso möglich wie automatische Erstellung vollständig dynamischer Produkt-Seiten

Und wie weiter?

Es ist nie der passende Zeitpunkt, um etwas Neues zu tun. Besonders mitten in einer Krise, die gute Chancen hat, eine neue Normalität für viele unserer materiellen Gewohnheiten hervorzubringen, sinkt die Bereitschaft zur als riskant empfundenen Innovation, die man schon in besseren Zeiten Jahr für Jahr vertagt hatte.

In diesem Sinne gibt es aber auch keinen besseren Zeitpunkt als heute, etwas Neues zu beginnen, denn Veränderung wird durch alle Arten von Krisen nur noch beschleunigt. Nutzen wir daher jetzt die Lehren unserer besonderen Zeit und akzeptieren die nicht umkehrbare und stetig fortschreitende Durchdringung unseres Alltags mit der digitalen Welt. Ein smarter und serialisierter QR Code auf einem Produkt-Etikett erscheint da nur als kleiner, aber konsequenter Schritt.

Smart Product Services Platform
Die GoodsTag Smart Product Services Plattform

Anhang 1: Wie funktionieren Smart Products?

Um die digitale Kopie eines Konsumartikels aufzurufen, scannt man dessen einzigartigen QR Code oder aktiviert den NFC Chip mit einem beliebigen Smartphone. Das Telefon ruft eine mobile Internetseite mit allen Informationen und Interaktionen auf, die der Hersteller für genau dieses Produkt in diesem Moment bereitstellt.

Anhang 2: Wie macht man Produkte smart?

Ein smartes Produkt erstellt man in zwei einfachen Schritten. Zuerst wird eine digitale Identität für jeden einzelnen Artikel erstellt. Einfach gesagt ist das ein Eintrag in einer Internetdatenbank, der Produktinformationen enthält und beliebige Ereignisse im Lebenslauf des Gegenstands aufzeichnet.

Daraufhin wird der echte Gegenstand mit seiner digitalen Identität untrennbar verknüpft. Dafür bringt man einen einzigartigen Code am Gegenstand an, zum Beispiel in Form eines QR Codes, eines NFC/RFID Chip oder beliebiger Kombinationen. Die Anbringung erfolgt je nach geplanten Anwendungsfällen am Produkt selbst, dem Etikett oder der Verpackung.

Für das Erstellen und Steuern aller Smart Product Aktivitäten kommt eine cloud-basierte Smart Product Services Plattform, zum Beispiel von GoodsTag aus Berlin, zum Einsatz. Damit wird die Beziehung zwischen Produkt und Kunde so einzigartig wie der Kunde selbst.

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